Im Rahmen der Sendung „Fade in/Fade out – Remixing Culture“ wurde ich kürzlich vom Berliner Radiosender „Kulturwelle“ als Teil eines Feature-Beitrags zur Remix-Kultur interviewt. Der Bezug war mein gemeinsam mit Malte Pelleter in 2007 publizierter Artikel zu ästhetischen Strategien des Samplings im Hip Hop. Ich wünsche viel Spaß beim Nachhören des Beitrags unter diesem Link!

PS: Anfang des Jahres gab es ja bereits ein Interview mit dem Deutschlandfunk zu meinem Forschungsprojekt „Survey Musik und Medien„. Aus Dokumentationsgründen verlinke ich es hier auch noch mal zum Nachhören.

28.02.2013

Wäre dies nicht ernst gemeint, könnte man es lustig finden:

Der neue DJ-Tarif der GEMA.

09.03.2012

.. möchte auch ich hier in meinem Blog den famosen Text „Wir, die Netzkinder“ des polnischen Dichters Piotr Czerski verlinken, der inzwischen als heimliches Manifest der Internet-Generation gilt. Besonders in den letzten drei Monaten mehren sich meines Empfindens die Zeichen, das Politik und Gesellschaft inzwischen nicht mehr an dem dort referenzierten „Wir“ vorbeikommen und vielleicht könnte daraus ja so etwas wie ein „europäischer Frühling der direkten Demokratie“ im Schatten der Finanz- bzw. Bankenkrise werden… Naja, man wird ja wohl noch mal träumen dürfen!

01.02.2012

Und nun ist sie endlich auch in Deutschland angekommen, die politische Debatte über die Regulierung des Netzes und die gesellschaftlichen Folgen von „Web 2.0“:

CDU-Politiker Ansgar Heveling: „Netzgemeinde, Ihr werdet den Kampf verlieren!“

Frank Rieger (CCC): „Kulturkampf? Könnt Ihr haben!“

Einzig verschlafen haben bislang  wieder mal unsere öffentlich-rechtlichen Fernsehsender diese wichtige Debatte . Aber bis Ende der Woche wird das noch, denke ich…

 

 

Update:

Das Handelsblatt selbst veröffentlicht Repliken von Dorothee Bär (CSU) und Lawrence Lessig.

Ansonsten gibt es bereits unzählige Blogeinträge dazu, googeln Sie einfach nach „Heveling“.

.. war ja schon länger zu beobachten. Aber die „Causa Guttenberg“ schlägt dem Fass wirklich den Boden aus. Es ist für mich und viele Fachkollegen unfassbar, mit welcher Kaltschnäuzigkeit Kanzlerin, Wissenschaftsministerin und der Rest der Regierung das als juristische Doktorarbeit bezeichnete Plagiat des jetzigen Bundesverteidigungsministers versuchen als Bagatelle abzutun, den Vorgang als lässliche Jugendsünde oder als Kavaliersdelikt zu verteidigen. „Haben wir nicht alle einmal geschummelt?“ – So wird argumentiert. Vielleicht haben manche das – aber wenn sie erwischt wurden, haben sie dennoch die Konsequenzen getragen und sich dazu bekannt (Zu der Tat, nicht zum „Hochmut“). Außerdem geht es hier nicht um kleines Schummeln, sondern um das massive absichtsvolle Ausbeuten fremder geistiger Leistungen anderer, weil es an den eigenen oder dem Willen, diese durch wissenschaftlichen  Einsatz zu erbringen, offensichtlich mangelt. Es ist empörend, wie hier öffentlich nicht nur durch die BILD, sondern durch zahlreiche öffentiche Amtsträger mit zweierlei Maß gemessen wird, „Double Standards“ scheinen in dieser Republik für adlige Minister, Transatlantiker und Lieblingskinder der Bild-Zeitung zu gelten. Dies hat mich auch bewogen, vorgestern einen Brief an den Bundespräsidenten mit der Bitte um Stellungnahme zu schreiben, der aufgrund seiner faktischen relativen politischen Machtlosigkeit ja häufig als überparteiliche, moralische Instanz bezeichnet wird und sich zudem offensiv als gläubiger Christ versteht. Wenn es schon die Kanzlerin aus Opportunismus nicht vermag, sollte nicht wenigstens unser Staatsoberhaupt Stellung zu dieser Sache nehmen, bevor international bekannt wird, dass sich wohlhabende Menschen an bayerischen Universitäten Doktortitel erschleichen können, ohne das dass dies irgendwelche Konsequenzen hat? Wenn es auch die Uni Bayreuth nicht wagt,  die absichtliche Täuschung als solche zu benennen? (Die finanziellen Zuwendungen der Familie Guttenberg an die Uni Bayreuth sind ja längst öffentlich):

Mit mir empören sich:

über 60 Wissenschaftler der LMU München

der Medienwissenschafler Lutz Hachmeister (der übrigens dem Fluter neulich ein sehr lesenswertes Interview gab)

ein ehemaliger Professor der Bundeswehr-Universität Hamburg

Ueber 100 Doktoranden verschiedener Fächer und promovierte Unterstuetzer

Der Deutsche Hochschulverband

Festzuhalten ist: Es geht hier um weitaus Wichtigeres, als die Person zu Guttenberg (die meinetwegen auf Ihrem Ministerposten kleben bleiben soll – auch wenn man sich fragt, wer dem in Zukunft noch etwas abkaufen will) oder die zahlreichen Wahlkämpfe in diesem Jahr (auf welche die Opposition mit ihren scharfen Angriffen aus Eigeninteresse selbstverständlich abzielt). Es geht um das internationale Anstehen deutscher akademischer Titel, um das Vertrauen innerhalb der Scientific Community, das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik und das Vertrauen der Bürger in die Wissenschaft. All dies sind bedeutende Werte, die hier zu Grabe getragen werden, wenn nicht eindeutig und klar benannt wird, dass es sich hierbei nicht um ein Kavaliersdelikt, ein Versehen oder ähnliches, sondern groben Vorsatz und arglistige Täuschung handelt, die nicht wegzudiskutieren sind, wie sich auch jeder interessierte Bürger auf Guttenplagg selbst überzeugen kann. Falls das nicht geschieht, muss sich jedenfalls niemand über einen kommenden „Brain-Drain“ wundern.

Nebenbei gesagt ist jenes Wiki ein deutliches Zeichen dafür, dass das Internet nicht etwa dem Betrug Vorschub leistet, sondern der öffentlichen demokratischen Transparenz und Aufklärung. Hätte der Herr Minister vor 30 Jahren seine Mitarbeiter seine Promotionsarbeit zusammenstückeln lassen und seine Eigenleistung aufs Redigieren beschränkt, es wäre vermutlich niemals rausgekommen.

Deutliche Worte (für mich auch ohne übertriebene Polemik) aus Sicht der Wissenschaft fand Herr Dr. Dr. Karl Lauterbach in der Bundestagsdebatte zum Thema:

Update:

Frank Rieger (CCC) hat eine Protestdemonstration zum Thema angemeldet, für die ich hier gerne werbe:

10.09.2009

… wurde kürzlich von einer Handvoll bekannterer Blogger und jüngerer Feuilletonisten der letzten Jahre im Web veröffentlicht.  Mir persönlich (und wohl auch Julia Seeliger) ist das Ganze einfach zu wenig programmatisch und zu schwammig. Ich verstehe nicht ganz, welchen Sinn ein Manifest hat, welches Roß und Reiter nicht konkret benennt, obwohl zwischen den Zeilen die Marschrichtung deutlich wird. Aber dahinter steht dann doch wohl die nicht ganz unberechtigte Angst der beteiligten Kollegen, es sich eventuell mit möglichen zukünftigen Arbeitgebern verscherzen zu können. Schade drum!

EDIT (8.10.’09):

Inzwischen gibts von Matthias Schwenk in CARTA einen Artikel, der auch Bodo Hombachs Replik zum Inhalt hat.

Im „Zentrum für Medien und Interaktivität“ der Justus-Liebig-Universität Gießen fand am 9. Juli diesen Jahres eine sehr interessante Diskussion in der Wissenschaftslounge zum Thema „Wem gehört das Wissen?“ mit hochkarätigen Gästen statt (u. a. der mir vom Lüneburger Hyperkult bereits positiv bekannte „kritische Informatiker“ Wolfgang Coy). Für bisher nicht mit diesem für die Zukunft der Wissenschaft in Deutschland hochbrisanten Thema vertraute Leser empfehle ich das ebenfalls vom ZMI publizierte Kurzdossier zum Thema.