24.07.2011

… könnte ich hier lang und breit erklären, aber viel besser macht das doch Richard Stallman, maßgeblicher Mitentwickler von GNU/Linux. Und seinen reflektierten Ausführungen zum Thema bei Telepolis ist wenig hinzuzufügen.

Denn: Das Medium ist die Botschaft, und wer meint, solch eine Technologie wäre „neutral“, läuft mit Nachtwandlermentalität durch die Welt. Siehe hierzu auch den famosen Artikel von Martin Baltes zu Marshall McLuhan’s 100. Geburtstag, ebenfalls bei Telepolis.

Wer sich nicht länger für dumm verkaufen lassen und bspw. einer automatisierten Rasterfahndung unterziehen möchte, sei darauf hingewiesen, dass es nonkommerzielle Alternativen zu Twitter und Facebook gibt. Einerseits den Microblogging-Dienst identi.ca, andererseits das Social Network Diaspora. Und wenn jetzt noch genügend Leute diese Alternativen wählen, kommen wir vielleicht um eine „gewählte Diktatur“ im Netz herum…

.. zeigt eindrucksvoll ein ZEIT-Artikel incl. interaktivem PlugIn auf Basis der Handydaten des Grünen-Politikers Malte Spitz. Auf Basis dieser Problematik (Bewegungsprofile) wurde das Gesetz ja letztlich auch vom Bundesverfassungsgericht zu Recht gekippt.

Es scheint sich zum Jahreswechsel  immer mehr abzuzeichnen: Das vorgebliche „Ende der Geschichte“ war eigentlich nur der Anfang. Zum Ende eines Jahrzehnts voller trauriger Entwicklungen (Krisen, Kriege, Knallköppe)  soll in diesem Beitrag Gedanken der Hoffnung auf eine neue Generation  Raum gegeben werden: Wenn Information die Währung der Demokratie ist, dann ist die Botschaft des Internets nichts anderes als die globale Demokratie. Die neue Überwachung wird den Überwachern gelten, die neue Zensur der Zensierung der Zensoren, die neue Diktatur dem Diktat des Volkes. Wenn es gelingt, reaktionäre Kräfte daran zu hindern, aus dem globalen Informationsnetz  ein Instrument der Überwachung (Vorratsdatenspeicherung) oder des e-Commerce (Anti-Netzneutralität) oder der gelenkten Informationsdosierung (Stopp-Schild-Zensur) zu machen, könnte das anbrechende Jahrzehnt der Beginn globaler Demokratie sein. Wenn keiner die Lügen derjenigen Mächtigen, welche ihre Macht missbrauchen, mehr glaubt, ist das Ende ihrer Macht zwar noch nicht erreicht, aber zumindest in Sichtweite (so meint zumindest ein gewisser weißhaariger Australier).

„Die Jugend“ der neuen digitalen Eingeborenen ist besser als ihr Ruf (vgl. SWR-Beitrag). Sie hat es gemeinsam mit uns in der Hand, die Verhältnisse zu ändern.
Dazu ein kurzer Redeausschnitt eines 15jährigen im Anschluss an die Massenproteste gegen die massiven Bildungskürzungen in Großbritannien, der jene Hoffnung auf das neue Bewusstsein einer neuen Generation unterstreichen mag:

Es wäre naiv zu glauben, dass Geschichte sich einfach ergibt oder durch bloße Reden verändert werden könnte. Philosophen haben die Welt nur beschrieben. Wir alle können daran teilhaben sie zu verändern. Dazu braucht es des Bewusstseins, dass wir gemeinsame Interessen haben und nicht allein stehen.Dazu braucht es auch das Bewusstsein über die Botschaft der neuen Technologien (siehe 27C3-Konferenz). Aber vor allem bedarf es Mut und Entschlossenheit zu Handeln!

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs ein frohes neues Jahr!

10.06.2010

Das Facebook-Dilemma..

von Steffen Lepa

..wird im Online-Magazin Telepolis von Thomas Richter in einer ausführlichen, 4-teiligen Artikelserie dargestellt.  Neben einem Abriss der Entwicklung seit der Gründung werden dort die bekannten Probleme insbesondere in Bezug auf Privacy-Einstellungen auch für Laien nachvollziehbar benannt und konstruktive Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen. Noch wichtiger: Aktuelle neue Projekte alternativer, offener Social Communities mit transparenter Datenpolitik  werden vorgestellt.  Ich persönlich war 2009 bereits nach 2 Wochen Nutzungszeit von Facebooks Kommunikations- und Geschäftsgebaren (der im Artikel genannte Begriff der „Bevormundung“ bringt es auf den Punkt) so entnervt, das man mich bis heute und auch in Zukunft nie auf Facebook wird finden können. Nein, die selbst verschuldete Unmündigkeit ist meine Sache nicht und widerspricht auch grundlegend der Botschaft der Digitalen Medien und des Web 2.0 und ihrer emanzipativen Potentiale.

24.05.2010

Anlässlich des kürzlich hochgekochten Google-Streetview-Datenspeicherungs-Vorfalls gab es neulich bei Phoenix eine hochinteressante Diskussion zum Thema Datenschutz und Privatsphäre im Internet zu sehen. Im Unterschied zu thematisch ähnlich gearteten Beiträgen von Maybrit Illner und Co. waren hier jedoch tatsächlich einige Leute  vom Fach bzw. mit politischem Einfluss geladen, was die Debatte durchaus sehenswert macht. Unter anderem wird auch eine Lanze für Medienpädagogik im schulischen Kontext gebrochen.

13.09.2009

Freiheit statt Angst

von Steffen Lepa

Mit teilweise geschätzt bis zu 25 000 Teilnehmern war die gestrige Demonstration eines breiten Bündnisses aus NGOs, Parteien und Gewerkschaften zur Stärkung der Bürgerrechte und gegen Tendenzen der Gesetzgebung der letzten Jahre zu einem „Überwachungsstaat“ eine sehr erfolgreiche Aktion mit breitem Medienecho und unter einem guten Motto. Leider kam es am Rande der ansonsten größtenteils friedlichen Veranstaltung auch zu einzelnen gewalttätigen Ausschreitungen.