.. und darum wird es dieses Jahr einige Veranstaltungen und Aktionen zum Thema geben. Einen Anfang macht die Website „Marshall McLuhan Speaks„, auf der man sich nette TV-Interview-Ausschnitte mit Marshall McLuhan, dem visionären Godfather der „Mediumstheorien“ anschauen kann. Man beachte beispielsweise nur seine Ansagen zu Terroristen, Privatsphäre und zum Globalen Dorf.

27.01.2011

.. plastische Antworten auf diese Frage gibt ein recht gelungenes Youtube-Video der Division on Media Change & Innovation (Prof. Michael Latzer) des IPMZ Zürich:

15.01.2011

.. waren das Thema einer durch die AG Populärkultur der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) an der Hochschule für Musik und Tanz Köln am letzten Wochenende durchgeführten Tagung. Leider konnte ich aufgrund eines anderen Vortrages am LoE-Cluster nur Teile der Präsentationen am Eröffnungstag sehen. Wie ich hörte, hat aber Lothar Mikos die Tagung in seiner Keynote mit einem Plädoyer für Interdisziplinarität und Mixed Methods eröffnet – was ich natürlich nur ausdrücklich befürworten kann. Ansonsten konnte ich aber einige sehr spannende Vorträge genießen, was mir insbesondere auffiel, war die Leidenschaft, mit der eigentlich alle Vortragende ihre Themen präsentierten – PopulärkulturforscherInnen wird ja häufig die mangelnde Distanz zu ihren Themen vorgeworfen. Wenn dies allerdings gleichzeitig bedeutet, dass sie ihre Themen mit Leidenschaft und Herzblut präsentieren und diskutieren wie in Köln- könnte es sich lohnen dies zunächst mal in Kauf zu nehmen. Mangelnde persönliche Distanz muss ja nicht mangelndes Methodenbewusstsein und mangelnde Systematik bedeuten. Sind nicht vielleicht wissenschaftliche Methoden (insbesondere die empirischen) geradezu darauf ausgerichtet, auch bei einem Gegenstand, der einen betrifft, anrührt, mitnimmt, den eigenen Blick zu reflektieren und systematisieren? Wenn „uns“ an Phänomenen der Populärkultur interessierten ForscherInnen das schlüssig gelänge, habe ich keine Bedenken für die Zukunft der Populärkulturforschung – auch als empirische Forschungsrichtung. Die Diskussion dieser und anderer Fragen lässt sich in dem bald erscheinenden Tagungsband nachlesen, zu dem ich auch einen Beitrag beisteuern werde, welcher sich auf die zur Zeit vor allem in Großbritannien zu beobachtenden Tendenzen zur methodologischen Verbindung von Wahrnehmungsökologie und Musiksoziologie bezieht und  den ich am Schluss der Tagung präsentiert habe.

Update: Es gibt eine Rezension der Tagung beim Landesmusikrat NRW. Mein kurzfristig für den Vortrag ausgesuchtes Klangbeispiel scheint ein sehr viables Mem zu sein 😉

Es scheint sich zum Jahreswechsel  immer mehr abzuzeichnen: Das vorgebliche „Ende der Geschichte“ war eigentlich nur der Anfang. Zum Ende eines Jahrzehnts voller trauriger Entwicklungen (Krisen, Kriege, Knallköppe)  soll in diesem Beitrag Gedanken der Hoffnung auf eine neue Generation  Raum gegeben werden: Wenn Information die Währung der Demokratie ist, dann ist die Botschaft des Internets nichts anderes als die globale Demokratie. Die neue Überwachung wird den Überwachern gelten, die neue Zensur der Zensierung der Zensoren, die neue Diktatur dem Diktat des Volkes. Wenn es gelingt, reaktionäre Kräfte daran zu hindern, aus dem globalen Informationsnetz  ein Instrument der Überwachung (Vorratsdatenspeicherung) oder des e-Commerce (Anti-Netzneutralität) oder der gelenkten Informationsdosierung (Stopp-Schild-Zensur) zu machen, könnte das anbrechende Jahrzehnt der Beginn globaler Demokratie sein. Wenn keiner die Lügen derjenigen Mächtigen, welche ihre Macht missbrauchen, mehr glaubt, ist das Ende ihrer Macht zwar noch nicht erreicht, aber zumindest in Sichtweite (so meint zumindest ein gewisser weißhaariger Australier).

„Die Jugend“ der neuen digitalen Eingeborenen ist besser als ihr Ruf (vgl. SWR-Beitrag). Sie hat es gemeinsam mit uns in der Hand, die Verhältnisse zu ändern.
Dazu ein kurzer Redeausschnitt eines 15jährigen im Anschluss an die Massenproteste gegen die massiven Bildungskürzungen in Großbritannien, der jene Hoffnung auf das neue Bewusstsein einer neuen Generation unterstreichen mag:

Es wäre naiv zu glauben, dass Geschichte sich einfach ergibt oder durch bloße Reden verändert werden könnte. Philosophen haben die Welt nur beschrieben. Wir alle können daran teilhaben sie zu verändern. Dazu braucht es des Bewusstseins, dass wir gemeinsame Interessen haben und nicht allein stehen.Dazu braucht es auch das Bewusstsein über die Botschaft der neuen Technologien (siehe 27C3-Konferenz). Aber vor allem bedarf es Mut und Entschlossenheit zu Handeln!

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs ein frohes neues Jahr!

Keine Frage, politische Initiativen, welche das Ansinnen haben, die Lesekompetenz und politische Bildung Heranwachsender zu fördern, werden immer meine prinzipielle Unterstützung finden. Die Pressemitteilung zur aktuellen Aktion von Kulturstaatsminister Neumann mit dem Titel  „Nationale Initiativ Printmedien lässt aber aus meiner Sicht nur zwei wenig schmeichelhafte Interpretationen des dahinter stehenden Ansinnens zu:

Entweder hat da jemand nicht verstanden, dass es um Lesen als Medienkompetenz und um politische Bildung mit dem Ziel aktiver Partizipation Jugendlicher  gehen sollte und nicht um die Förderung einer rückwärtsgewandten, Ressourcen-verrnichtenden und CO2 beeinträchtigenden Produktion bedruckten Papiers, die an der Lebenswelt Heranwachsender grundsätzlich vorbei geht und NICHTS, aber auch GAR NICHTS mit Stärkung von Medienkompetenz und noch weniger mit der Anregung zu aktuellen Formen politischer Partizipation  zu tun hat.  Sollte diese Deutung zutreffen, empfehle ich Herrn Neumann eine Beschäftigung mit aktueller medienpädagogischer Forschungsliteratur zum Thema.

Oder aber, und das wäre die bösere Interpretation, es geht Herrn Neumann sowieso in Wirklichkeit gar nicht um die Förderung politischer Beteiligung Heranwachsender, sondern um das, was diese Regierung nach Meinung einiger Journalisten und vieler Blogger von Anfang an auf vielen Gebieten betrieben hat: Klientelpolitik, hier in Form der Stärkung einer sterbenden Contentindustrie, welche selbstverschuldet und ignorant wichtige mediale Entwicklungen verschlafen hat und nun versucht sich hektisch mit immer wieder scheiternden paid-Content-Initiativen zu retten. Von dem eklatanten qualitativen Unterschied zwischen dem Kauf einer der sogenannten deutschen „Qualitätszeitungen“, deren Tagesgeschäft hauptsächlich darin besteht, im Stile ihrer vermeintlichen Leserschaft Agenturmeldungen unkritisch zu paraphrasieren, gegenüber der Möglichkeit, sich im globalen Maßstab kostenlos ein umfassendes, abgewogenes eigenes Bild politischen Handelns aus der Sicht ganz unterschiedlicher Medien, Blogger und Stakeholder zu machen (in anderen Ländern gibts ja teilweise gar noch investigativen Journalismus) – was wohl eher dem in der Presseerklärung hochgehaltenen Prinzip „Meinungsfreiheit“ und „Kompetenz“ entspräche, will ich hier noch nicht mal schreiben.

Kurzum: Welche der beiden Interpretationen man lieber folgen mag, überlasse ich dem politisch informierten Leser.

Nichtsdestotrotz: Die Grundidee der Initiative ist gut (ich will hier nicht alles madig machen), nur bei der Umsetzung und PR-Politik sollte man sich eben nicht von Lobbyisten oder Marketingvertretern, sondern besser von Medienpädagogen beraten lassen. Wie sonst kann man auf Formulierungen kommen, die sich mit „dem besonderen Wert des gedruckten Wortes“  befassen, oder meinen, dass „Printmedien unverzichtbar für die Demokratie“ wären. Marshall McLuhan hätte bereits vor 30 Jahren solche Aussagen mit recht als reaktionär und Ausdruck einer „Nachtwandlermentalität“ bezeichnet. Dem ist wenig hinzuzufügen.  Alles andere an der Aktion, insbesondere die Förderung von Lesekompetenz ist natürlich absolut unterstützenswert.

22.07.2010

Der enTourage eDGe ist eine Mischung aus Tablet PC und eReader. Ich bin gespannt auf erste Tests, insbesondere was Usability und Batterielaufzeit angeht. Ein erster Schritt zu einem mobilen wissenschaftlichen Arbeitplatz, bedenkt man die mögliche Kombination aus UMTS-Karte, Firefox, Zotero und Youtube.

22.07.2010

Heute möchte ich Ihnen ein paar praktische ZusatzplugIns für Zotero vorstellen, welches (zumindest für mich) sicher das wichtigste Tool zum wissenschaftlichen Arbeiten überhaupt zur Zeit ist. Diese Tools haben es für mich noch wertvoller gemacht, aber ich brauchte etwas Zeit um sie zu finden, was ich hiermit den geneigten Lesern ersparen möchte.

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Zotero Rename

PDF-Namen werden beim Import automatisch auf Basis der Zotero-Metadaten umbenannt. Außerdem Features für eigene Benennungskonventionen.  Spart sehr viel Zeit und Last, insbesondere, wenn man viel mit anderen PDFs tauscht.

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Zotero Export to Filesystem

PDFs können aus Zotero damit direkt auf einen Stick oder Laufwerk geschrieben werden, ohne den RDF-Export missbrauchen zu müssen. Leider bislang nur für ein File gleichzeitig, dennoch sehr praktisch, um mal schnell was mitzunehmen (Stick, eReader). Etwas älter, darum muss man evtl. vorher die Firefox-Akzeptanz etwas tweaken, um es auf neuem Browser zum laufen zu bekommen.

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Zotero Vertov

Erweitert die Zotero-Möglichkeiten um die Fähigkeit Video- und Audiofiles anzufügen, zu schneiden und zu annotieren. Super für alle Musik- und Filmwissenschaftler.

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Zotero Bibliography Locale Switcher

APA und andere Zitationsstile sind in Zotero auf die Landessprache abgestimmt. Manchmal soll das nicht sein (z. B. wenn man einen Artikel für ein amerikanisches Journal einreicht). Dieses Tool bietet die Lösung.

05.07.2010

Release

von Steffen Lepa

Seit Anfang Juli ist nun meine bei VS publizierte Dissertation endlich im Handel verfügbar. Über jegliche Form der Kritik, insbesondere an meiner Konzeption „kritisch-realistischer Medienforschung“ freue ich mich natürlich sehr und werde Sie gerne hier veröffentlichen und diskutieren. Überhaupt hätte ich Interesse an kritischen Rezensionen, falls also irgendein Fachkollege ernsthaftes Rezensions-Interesse bekunden sollte, verschicke ich zu diesem Zweck gerne ein kostenloses Exemplar. Bitte einfach kurz per Mail melden!

23.06.2010

Abstrus oder nicht?

von Steffen Lepa

Diese Frage möchte ich den Lesern überlassen, wenn Sie sich zwei Ideen anschauen, die ich heute hier mal verlinken möchte:

Alexander Kissler möchte das ZDF abschaffen.

Meine Sympathie hat er zumindest für sein, wie ich finde, gerechtfertigtes Slomka-Bashing. Die Frage ist nur: Wohin dann mit dem Dienstags-Spielfilm?

Außerdem:

Audi überlegt WFS-Sound-Systeme in Fahrzeuge einzubauen.

Liegt für mich auf einer Ebene mit der Idee einen Großbildfernseher in ein Auto einzubauen: Netter Gimmick, aber gefährdet mit Sicherheit das Fahren. In der Mitarbeiterbesprechung des Fachgebiets Audiokommunikation flaxten wir bereits, ob man nicht über die Soundanlage anstatt von Unterhaltung mittels außen am Wagen angebrachter Mikrofone ein „akustisch transparentes“ Fahrzeug schaffen könnte. Dann würde der TT-Fahrer vielleicht meine Fahrradklingel hören (und das an der richtigen Position), bevor er mich beim Rechtsabbiegen auf der Leipziger Straße schneidet..

Nun liebe Leser, das Internet ist ja ein Mitmach-Medium, was denken denn Sie über diese Ideen, bzw. mögliche Abwandlungen davon? Abstrus oder nicht?

10.06.2010

Das Facebook-Dilemma..

von Steffen Lepa

..wird im Online-Magazin Telepolis von Thomas Richter in einer ausführlichen, 4-teiligen Artikelserie dargestellt.  Neben einem Abriss der Entwicklung seit der Gründung werden dort die bekannten Probleme insbesondere in Bezug auf Privacy-Einstellungen auch für Laien nachvollziehbar benannt und konstruktive Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen. Noch wichtiger: Aktuelle neue Projekte alternativer, offener Social Communities mit transparenter Datenpolitik  werden vorgestellt.  Ich persönlich war 2009 bereits nach 2 Wochen Nutzungszeit von Facebooks Kommunikations- und Geschäftsgebaren (der im Artikel genannte Begriff der „Bevormundung“ bringt es auf den Punkt) so entnervt, das man mich bis heute und auch in Zukunft nie auf Facebook wird finden können. Nein, die selbst verschuldete Unmündigkeit ist meine Sache nicht und widerspricht auch grundlegend der Botschaft der Digitalen Medien und des Web 2.0 und ihrer emanzipativen Potentiale.

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