27.01.2011

.. plastische Antworten auf diese Frage gibt ein recht gelungenes Youtube-Video der Division on Media Change & Innovation (Prof. Michael Latzer) des IPMZ Zürich:

Es scheint sich zum Jahreswechsel  immer mehr abzuzeichnen: Das vorgebliche „Ende der Geschichte“ war eigentlich nur der Anfang. Zum Ende eines Jahrzehnts voller trauriger Entwicklungen (Krisen, Kriege, Knallköppe)  soll in diesem Beitrag Gedanken der Hoffnung auf eine neue Generation  Raum gegeben werden: Wenn Information die Währung der Demokratie ist, dann ist die Botschaft des Internets nichts anderes als die globale Demokratie. Die neue Überwachung wird den Überwachern gelten, die neue Zensur der Zensierung der Zensoren, die neue Diktatur dem Diktat des Volkes. Wenn es gelingt, reaktionäre Kräfte daran zu hindern, aus dem globalen Informationsnetz  ein Instrument der Überwachung (Vorratsdatenspeicherung) oder des e-Commerce (Anti-Netzneutralität) oder der gelenkten Informationsdosierung (Stopp-Schild-Zensur) zu machen, könnte das anbrechende Jahrzehnt der Beginn globaler Demokratie sein. Wenn keiner die Lügen derjenigen Mächtigen, welche ihre Macht missbrauchen, mehr glaubt, ist das Ende ihrer Macht zwar noch nicht erreicht, aber zumindest in Sichtweite (so meint zumindest ein gewisser weißhaariger Australier).

„Die Jugend“ der neuen digitalen Eingeborenen ist besser als ihr Ruf (vgl. SWR-Beitrag). Sie hat es gemeinsam mit uns in der Hand, die Verhältnisse zu ändern.
Dazu ein kurzer Redeausschnitt eines 15jährigen im Anschluss an die Massenproteste gegen die massiven Bildungskürzungen in Großbritannien, der jene Hoffnung auf das neue Bewusstsein einer neuen Generation unterstreichen mag:

Es wäre naiv zu glauben, dass Geschichte sich einfach ergibt oder durch bloße Reden verändert werden könnte. Philosophen haben die Welt nur beschrieben. Wir alle können daran teilhaben sie zu verändern. Dazu braucht es des Bewusstseins, dass wir gemeinsame Interessen haben und nicht allein stehen.Dazu braucht es auch das Bewusstsein über die Botschaft der neuen Technologien (siehe 27C3-Konferenz). Aber vor allem bedarf es Mut und Entschlossenheit zu Handeln!

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs ein frohes neues Jahr!

22.07.2010

Der enTourage eDGe ist eine Mischung aus Tablet PC und eReader. Ich bin gespannt auf erste Tests, insbesondere was Usability und Batterielaufzeit angeht. Ein erster Schritt zu einem mobilen wissenschaftlichen Arbeitplatz, bedenkt man die mögliche Kombination aus UMTS-Karte, Firefox, Zotero und Youtube.

22.07.2010

Heute möchte ich Ihnen ein paar praktische ZusatzplugIns für Zotero vorstellen, welches (zumindest für mich) sicher das wichtigste Tool zum wissenschaftlichen Arbeiten überhaupt zur Zeit ist. Diese Tools haben es für mich noch wertvoller gemacht, aber ich brauchte etwas Zeit um sie zu finden, was ich hiermit den geneigten Lesern ersparen möchte.

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Zotero Rename

PDF-Namen werden beim Import automatisch auf Basis der Zotero-Metadaten umbenannt. Außerdem Features für eigene Benennungskonventionen.  Spart sehr viel Zeit und Last, insbesondere, wenn man viel mit anderen PDFs tauscht.

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Zotero Export to Filesystem

PDFs können aus Zotero damit direkt auf einen Stick oder Laufwerk geschrieben werden, ohne den RDF-Export missbrauchen zu müssen. Leider bislang nur für ein File gleichzeitig, dennoch sehr praktisch, um mal schnell was mitzunehmen (Stick, eReader). Etwas älter, darum muss man evtl. vorher die Firefox-Akzeptanz etwas tweaken, um es auf neuem Browser zum laufen zu bekommen.

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Zotero Vertov

Erweitert die Zotero-Möglichkeiten um die Fähigkeit Video- und Audiofiles anzufügen, zu schneiden und zu annotieren. Super für alle Musik- und Filmwissenschaftler.

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Zotero Bibliography Locale Switcher

APA und andere Zitationsstile sind in Zotero auf die Landessprache abgestimmt. Manchmal soll das nicht sein (z. B. wenn man einen Artikel für ein amerikanisches Journal einreicht). Dieses Tool bietet die Lösung.

10.06.2010

Das Facebook-Dilemma..

von Steffen Lepa

..wird im Online-Magazin Telepolis von Thomas Richter in einer ausführlichen, 4-teiligen Artikelserie dargestellt.  Neben einem Abriss der Entwicklung seit der Gründung werden dort die bekannten Probleme insbesondere in Bezug auf Privacy-Einstellungen auch für Laien nachvollziehbar benannt und konstruktive Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen. Noch wichtiger: Aktuelle neue Projekte alternativer, offener Social Communities mit transparenter Datenpolitik  werden vorgestellt.  Ich persönlich war 2009 bereits nach 2 Wochen Nutzungszeit von Facebooks Kommunikations- und Geschäftsgebaren (der im Artikel genannte Begriff der „Bevormundung“ bringt es auf den Punkt) so entnervt, das man mich bis heute und auch in Zukunft nie auf Facebook wird finden können. Nein, die selbst verschuldete Unmündigkeit ist meine Sache nicht und widerspricht auch grundlegend der Botschaft der Digitalen Medien und des Web 2.0 und ihrer emanzipativen Potentiale.

24.05.2010

Anlässlich des kürzlich hochgekochten Google-Streetview-Datenspeicherungs-Vorfalls gab es neulich bei Phoenix eine hochinteressante Diskussion zum Thema Datenschutz und Privatsphäre im Internet zu sehen. Im Unterschied zu thematisch ähnlich gearteten Beiträgen von Maybrit Illner und Co. waren hier jedoch tatsächlich einige Leute  vom Fach bzw. mit politischem Einfluss geladen, was die Debatte durchaus sehenswert macht. Unter anderem wird auch eine Lanze für Medienpädagogik im schulischen Kontext gebrochen.

Ich würde mich freuen, wenn die Leser dieses Blogs mich bei meiner aktuellen Studie zu Musik und Emotionen unterstützen würden. Die Untersuchung soll dabei helfen, aus wissenschaftlicher Perspektive besser den alltäglichen Umgang von Menschen mit Musik zu verstehen. Bei Interesse bitte ich Sie, zunächst einen Online-Fragebogen auszufüllen, den Sie unter der Internet-Adresse

[Web-Survey inzwischen beendet]

finden können. Dort werden Sie am Schluss auch gebeten, Ihre Emailadresse zu hinterlassen, denn wir
haben vor, einige zufällig ausgewählte Teilnehmer/innen der Studie persönlich zu treffen, um sie zu
ihrem individuellen Umgang mit Musik im Alltag zu befragen. Für das etwa einstündige persönliche
Interview, das an einem Ort Ihrer Wahl stattfinden kann, erhalten Sie von uns 20 Euro
Aufwandsentschädigung.

Bitte leiten Sie den Link gerne auch an Freunde, Bekannte und andere Mailinglisten weiter,
insbesondere würde ich mich  auch über Teilnehmer freuen, die nicht aus dem studentischen Milieu
kommen (das ist ja oft eine Schwierigkeit). Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Steffen Lepa

11.12.2009

.. genauer, eine Rezension von Frank Schirrmachers neuem Buch „Payback „ hat Rudolf Maresch bei Telepolis verfasst.  Mir fehlt ein wenig der Bezug zu McLuhan, aber ansonsten finden sich sehr viele lesenwerte und wichtige technikphilosophische Gedanken. Persönlich wäre ich jedoch vorsichtig mit dem Plädoyer für eine evolutionär-biologisch bedingte Begrenztheit des Menschen in Bezug auf  „Informationen“.  Dahinter steht implizit ein verkürzter anti-konstruktivistischer Informationsbegriff, genauer ein Ausblenden der sozialisations- und kontextgebundenheit von relevanten  Bedeutungen, die aus „Informationsangeboten“ erst induktiv-deduktiv erzeugt werden müssen, und nie und nimmer eine „Eigenschaft“ bestimmter Medienformen oder Medienangebote sind. Das Medium ist die Botschaft und natürlich verändert uns die Ausweitung unseres Körpers und unseres „Nervenkostüms“ durch vernetzte technische intelligente audiovisuelle Informationsmedien und verändern Anthropos auch zu einer anderen sozialen Daseins- und Existenzform und das nicht immer in eine normativ wünschenswerte Richtung. Aber eine biologische Begrenztheit zu unterstelle, dafür fehlen jegliche empirischen Belege. Die Paradigmen der klassischen aufmerksamkeitspsychologischen Grundlagenforschung sind an Laborbedingungen gebunden, die per Definition die Untersuchung von Sozialisations- und Kontexteffekten ausschlossen. Dies wurde auch unter anderem von dem Bielefelder Kognitionspsychologen  Odmar Neumann kritisiert: Menschen entwickeln,  so ist aufgrund von neuropsychologischen Untersuchungen anzunehmen,  komplexe Fähigkeiten (Skills) im Rahmen der Handlungsplanung und Handlungsdurchführungen Primärhandlungen von Sekundärhandlungen zu trennen, in dem gezielte Inhibitionsmechanismen aktiviert werden, die über Trainingsvorgänge geschult werden.

Anstatt über evolutionär-strukturelle Grenzen oder Berechenbarkeit menschlicher Handlungen und „Maschinisierung des Menschen“ zu philosophieren (wie Maresch), oder den Untergang des romantisch-verklärten Feuilleton Abendlandes zu beschwören, sich aber gleichzeitig tumb von medialen Neuerungen anfixen lassen  (Schirrmacher) sollten wir empirisch erforschen, wie die Fähigkeit zur Handlungskoordination verbessert werden kann, da nur ein Mensch ohne Handlungskoordination und Selbstwirksamkeit einer „Flut“ erliegt und ergründen, welche weiteren Formen von Kompetenzen die von Schirrmacher beschriebene mediatisierte Gesellschaft impliziert. Mit anderen Worten: wir sollten kritisch-realistisch den Mediennovellierungen gegenüberstehen.

26.11.2009

Der Danke-Film

von Steffen Lepa

Auf eine wirklich gewitzte tolle Idee aus einer schwedischen Medienkampagne zum Bezahlen der Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bin ich heute früh gestoßen: Einerseits wird damit zur Reflektion über die Wirklichkeit der Medien angeregt, andererseits wird man bestens unterhalten und schließlich wird noch die intendierte Botschaft eindringlich kommuniziert. Ich wünsche viel Spaß und man sollte ein möglichst hochauflösendes Porträtfoto einspeisen und sich dann überraschen lassen:

Link

17.10.2009

McLuhan zum Hören

von Steffen Lepa

Bei Recherchen habe ich gerade zufällig entdeckt, dass die Columbia Records Schallplattenversion von Marshall McLuhans „The Medium is the Massage“ (1967) im Web unter dieser Adresse kostenlos zu bekommen ist.

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