.. zu diesem spannenden Thema hat die medienpädagogische EU-Initiative klicksafe.de ein wissenschaftliches Dossier zusammengestellt. Außerdem gibt es frische Unterrichtsmaterialien, welche LehrerInnen und Lehrern ein Update bezüglich der Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf Pornographie verschaffen und zur Diskussion und Reflektion ohne erhobenen Zeigefinger anregen will.  Hoffentlich bringt es was…

Kommentare

  1. Yvonne am 02.09.2011

    Zum Thema Internetpornographie habe ich vor kurzem den Roman „Pornos machen traurig“ gelesen – der diverse „Ratschläge“ durch eine subjektive und selbstkritische Männersicht ergänzt – vielleicht auch für Sie als Medienforscher (und Mann) interessant?

    Yvonne

  2. Steffen Lepa am 02.09.2011

    Vielen dank für den Hinweis, ich werde mir das Werk mal zu Gemüte führen und bei Gelegenheit hier ein Feedback geben..

    MFG,

    Steffen Lepa

  3. Steffen Lepa am 02.13.2011

    Liebe Yvonne,

    Das genannte Buch (von einem Roman zu sprechen halte ich im Hinblick auf Umfang und Inhalt für einen Euphemismus) habe ich tatsächlich heute mal durchgelesen. Ich musste mich am Schluss zum Durchhalten zwingen (selbst der Preis von 10 Euro ist noch eindeutig zu viel) und dies aus mehreren Gründen:
    – die sprachlich-literarische Qualität ist schauerlich und auf Groschenroman-Niveau
    – der Inhalt ist größtenteils mehr als dümmlich, erschreckend bigott (der Verweis auf „gutbürgliche“-katholische Erziehung in Österreich spricht da vielleicht Bände) und von der Reflexionsfähigkeit eines Spätpubertierenden geprägt (irgendwie dann doch auch wieder Pubertät 2.0)
    – es ist der jämmerliche Versuch, sich an aktuelle wichtige gesellschaftliche Diskussionen auf Boulevard-Niveau ranzuhängen und mit billiger Sensationsmasche daraus Geld zu machen, der Autor könnte gut für Bild, Welt oder Fokus tätig werden
    – nebenbei werden auch noch jede Menge übelster Mainstream-Gender Klischees perpetuiert und zementiert, wie auch sehr fragwürdige Beziehungsmodelle (die offenbar den Autor selber nicht glücklich machen), gleichzeitig wird sich auf billigste Weise über alternative Lebensweisen und Beziehungsmodelle lustig gemacht
    – technisch und sachlich ist zudem der Autor über sein Sujet erschreckend uninformiert, es gibt einiges an Forschung und Hintergrundwissen zu den Fragen, die im Buch immer wieder pseudo-philosophisch aufgeworfen werden

    Das Buch ist vielleicht „subjektiv“ (noch nicht mal das glaube ich), aber weder wissenschaftlich reflektiert, noch selbstkritisch (Wo wollen Sie Selbstkritik gelesen haben, Yvonne?), und auch nicht repräsentativ für „die Männer“ (was immer das sein soll), sondern trägt eigentlich nur genau wie jene sattsam bekannten Boulevard-Aufmacher über Gangbangs 13jähriger Mädchen dazu bei, das keine aufgeklärte, offene und auf Augenhöhe stattfindende Diskussion zwischen Heranwachsenden und Erwachsenen über Medien und deren Inhalte und deren Gebrauch (vulgo Medienpädagogik) mehr stattfinden kann. Daneben ist es das Dokument einer reaktionären Spezies, welche heute die Feuilletons eines ehemals liberalen bürgerlichen Milieus besetzt hält und dafür sorgt das aus dem Land der Dichter und Denker ein Land der Ewiggestrigen wird und wir den Anschluss an die Wissensgesellschaft der Zukunft verpassen (wenn wir nicht gemeinsam was dagegen tun). Eine Aussage auf S.99 spricht hier Bände: „Das gute alte Papier“. Wir haben es mit einem Verfechter der sterbenden Gutenberg-Galaxis zu tun, eine Geisteshaltung, gegen die ich versuche seit Bestehen dieses Blogs anzuschreiben. Im übrigen findet hier ständig der alberne, schon aus Horrorvideo- und Egoshooter-Diskussionen bekannte banale Kurzschluss statt, der eine direkte „Übernahme“ von „Dargestelltem“ ins Verhaltensrepertoire behauptet – was freilich keiner wissenschaftlichen Prüfung stand hält. Sowas führt nur dazu, dass eine kritische Auseinandersetzung mit wirklichen psychosozialen Problemen, die sich auf Internetpornographie-Angebote beziehen (und die ich sehr wohl sehe) nicht mehr stattfinden kann. Das fände ich sehr schade! Also hoffentlich schreibt noch mal wer was besseres zu dem Thema, selbst der Vergleich mit Charlotte Roche auf dem Buchrücken ist angesichts dieses Machwerks noch anmaßend.

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