10.09.2009

… wurde kürzlich von einer Handvoll bekannterer Blogger und jüngerer Feuilletonisten der letzten Jahre im Web veröffentlicht.  Mir persönlich (und wohl auch Julia Seeliger) ist das Ganze einfach zu wenig programmatisch und zu schwammig. Ich verstehe nicht ganz, welchen Sinn ein Manifest hat, welches Roß und Reiter nicht konkret benennt, obwohl zwischen den Zeilen die Marschrichtung deutlich wird. Aber dahinter steht dann doch wohl die nicht ganz unberechtigte Angst der beteiligten Kollegen, es sich eventuell mit möglichen zukünftigen Arbeitgebern verscherzen zu können. Schade drum!

EDIT (8.10.’09):

Inzwischen gibts von Matthias Schwenk in CARTA einen Artikel, der auch Bodo Hombachs Replik zum Inhalt hat.

Im „Zentrum für Medien und Interaktivität“ der Justus-Liebig-Universität Gießen fand am 9. Juli diesen Jahres eine sehr interessante Diskussion in der Wissenschaftslounge zum Thema „Wem gehört das Wissen?“ mit hochkarätigen Gästen statt (u. a. der mir vom Lüneburger Hyperkult bereits positiv bekannte „kritische Informatiker“ Wolfgang Coy). Für bisher nicht mit diesem für die Zukunft der Wissenschaft in Deutschland hochbrisanten Thema vertraute Leser empfehle ich das ebenfalls vom ZMI publizierte Kurzdossier zum Thema.

.. prangert Prof. Wolfgang Kleinwächter in einem beachtenswerten Artikel zu recht bei Telepolis an. Nur multilaterale und Multi-Stakeholder-Lösungen der Internet-Regulierung werden uns in diesem bereits von Kofi Anan als besonders komplexes Politikfeld beschriebenen zentralen Bereich unserer spätmodernen Lebensführung weiterbringen. Keinesfalls allerdings die momentanen wahlkampfbezogenen propagierten (teils m. E. n. verfassungsfeindlichen) Hauruck-Lösungen der Großen Koalition, die sich eher an die  Klientel der Offliner zu wenden scheinen und mit der Realität der Nutzer und der Nutzung wenig zu tun haben. Schlimmer noch: die deutschen Regierungen der letzten Jahre haben sich, wie Kleinwächter deutlich macht, an der internationalen Debatte überhaupt nicht beteiligt und damit wichtige Prozesse verschlafen. Schade! Bleibt zu hoffen, dass eine neue deutsche Regierung ab Ende September sich dieser wichtigen Themen endlich konstruktiv annimmt und Leute mit ins Boot holt, die sich damit auskennen..

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