24.09.2009

Beamerwahnsinn

von Steffen Lepa

Zwischennotiz:

Ich frage mich, ob es irgendein Organisator oder Veranstalter von Tagungen, Vorlesungen oder Kongressen, oder gar ein/e Vorlesende hinbekommt zu raffen, wie Videos unter Windows a) in Powerpoint Praesentationen eingebunden werden muessen und b) auch im Clone-Modus der Grafikkarte im Overlay-Modus  funktionieren. Es ist wie ein weltweiter Running-Gag, der uns scheinbar auch noch in die anbrechenden 10er Jahre erhalten bleiben wird. Medienkompetenz von 99% vortragender „Medienwissenschaftler“ gleich Null. Vertretern anderer Disziplinen verzeihe ich es noch ein wenig, aber auch da bleibt der alte Werbeclaim gueltig: Er/sie haette jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt, bevor er/sie meint, unbedingt ein Video in seiner Powerpoint-Praese implementieren zu muessen.

23.09.2009

Heute habe ich auf der internationalen kommunikationswissenschaftlichen Konferenz CICOM 2009 in Braga, Portugal an der Katholischen Universität Portugals in einem Panel-Vortrag einige entscheidende theoretische Argumentationslinien meiner Dissertation vorgestellt. Zu einer tieferen Diskussion ist es leider nicht gekommen, da ein Großteil des Publikums sowie auch der Chair  nicht wirklich der englischen Sprache mächtig war. Ich finde es fragwürdig, eine internationale Konferenz zu veranstalten, aber dennoch portugiesische, französische und spanische Vorträge zuzulassen und portugiesische Chairs, was bringt das? Mir war es relativ egal, mein Vortrag lief gut und wurde interessiert aufgenommen, aber für den wissenschaftlichen Diskurs und vor allem die Nachwuchswissenschaftler aus Portugal scheint mir das eher schädlich.

Ansonsten ist Portugal recht hübsch und niedlich, außerdem ein angenehmes Klima zur Zeit (26 Grad und blauer Himmel durchgehend), es mutet etwa wie Nordspanien an, ist allerdings deutlich dichter besiedelt. Vielleicht komm ich in den kommenden Tagen noch dazu, hier ein paar Fotos einzustellen. Achja, positiv ist mir noch aufgefallen: Gestern feierte man hier den „Tag der europäischen Mobilität“, dadurch war der komplette Nahverkehr kostenlos, was meinen Geldbeutel recht gut getan hat.

Lustig klischeemäßig ist hier auch die Vorstellung von Pünktlichkeit, so stand ich heute programmgemäß um 8h vor den Pforten der „Fakuldade Philosophica“, da mein Vortrag gleich im ersten Panel stattfinden sollte. Jedoch gingen die Tueren erst gegen 8:40h auf, als ein sichtlich gestresster Assistent Professor im offensichtlich neuen blauen Blazer eintraf und hektisch öffnete und mit ein paar völlig übermüdeten Erstsemesterstudentinnen chaotisch anfing, die Tische aufzubauen. Naja, es ist hier wohl die erste Konferenz jener Art und ich will mal nicht mäkeln, die legere Art der Portugiesen passt ja irgendwie zum Klima, dass ich jetzt umso mehr genießen kann, da mein Vortrag gehalten ist…

..  wirft seine Schatten nun auch in Arte-Trailern heraus. 24h-Berlin ist ein für mich erfolgreiches Konzept für zeitgemäßes Kultur-TV, welches die klassische Programmgestaltung aufbrechen könnte.  Warum nicht jeden Tag Videos aus der Lebenswelt von Bürgern ein paar Stunden zeigen, anstatt morgendliche Wiederholungen, Seifenopern oder Shows mit B-Promis? Ich bin gespannt auf die Resonanz des Publikums. .

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